Unsere Geschichte

Dominikus und die Ordensgründung * Albert der Große * Thomas von Aquin
Katharina von Siena * Dominikaner der Teutonia



Wir Dominikaner sind katholische Ordensleute und Teil des weltweiten Dominikaner- oder Predigerordens, zu dessen Familie auch noch kontemplativ lebende Ordensfrauen, apostolisch tätige Schwestern und Laien gehören.

Der Dominikanerorden wurde 1216 vom hl. Dominikus gegründet, der die Notwendigkeit gut ausgebildeter Prediger erkannt hatte, Anfang des 13. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit. Seine Vision bestand darin eine Gruppe von Predigern durch das gemeinsame Leben, Gebet, Studium und die Predigt selbst zusammen zu führen. Dieses Vermächtnis führt unser Orden seit fast 800 Jahren in über 90 Ländern der Erde fort, so auch in unserer Ordensprovinz Teutonia. Sie umfasst den Großteil der Bundesrepublik Deutschland, Bayern und Baden-Würtemberg ausgenommen. Zu unserer Provinz gehören rund 160 Brüder im Alter von 20 bis 95 Jahren in dreizehn Konventen und Häusern sowie ein Vikariat in Bolivien. Einige Brüder leben in internationalen Gemeinschaften außerhalb Deutschlands.

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Dominikus und die Ordensgründung

Fra Angelico: hl. DominikusDominikus wurde um 1170 in Caleruega geboren. Nach dem Studium der Freien Künste und der Theologie trat er 1196 als junger Priester in das Domkapitel zu Osma ein. Die Kanoniker in Osma pflegten eine Lebensform, die sich mit der der Klöster vergleichen ließ. Sie lebten nach der Regel des hl. Augustinus und widmeten sich dem Studium und dem Gebet. Seelsorgliche Aufgaben oder Predigten übernahmen sie nur gelegentlich. Aus diesem beschaulichen Leben wurde Dominikus allerdings herausgerissen, als er mit seinem Bischof eine Reise Richtung Norden antreten musste. In Südfrankreich begegneten ihnen die Katharer, die als Häretiker verfolgt wurden. Sie zeichneten sich durch eine strenge Askese aus und vertraten einen strengen Dualismus, in dem Gott (als Herr der spirituellen Welt) und Satan (als Herr der materiellen Welt) sich gegenüberstehen. Auch Dominikus sah in ihrer Lehre die Wahrheit des Evangeliums verfälscht, aber beschritt einen neuen Weg zu predigen: bettelnd umherziehend wie die Katharer, aber der Wahrheit des Evangeliums und der Kirche verpflichtet. Dominikus baute auf die Predigt und den Dialog und führte so viele Menschen wieder zur Kirche zurück. Im Jahr 1216 gründete er in Toulouse eine Gemeinschaft, die sich auf die von ihm erprobte Art der Predigt widmen sollte: in evangelischer Armut die Wahrheit des Evangeliums zu verkünden. Papst Honorius III. erkannte die neu gegründete Gemeinschaft an und erteilte den Brüdern wenig später einen Predigtauftrag, der für die ganze Kirche gelten sollte. Dominikus und seine Brüder übernahmen die Augustinusregel und beschlossen Konstitutionen einer klösterlichen Lebensform, die das liturgische, asketische und kontemplative Leben regelten. Dem kontemplativen fügte Dominikus die Predigt hinzu und richtete so das Ordensleben auf dem Weg über das Studium und die Kontemplation auf die Verkündigung aus. Die neue Gemeinschaft breitete sich schnell aus. Bereits 1217 sandte Dominikus Brüder nach Paris, wenig später nach Bologna, Palencia, Montpellier und Oxford um dort Studenten für den Orden zu gewinnen. Dominikus selbst war unermüdlich unterwegs. Er besuchte die Brüder und die Schwestern, deren ersten Konvent er bereits vor 1210 für von ihm bekehrte Katharerinnen gegründet hatte. Auf den Generalkapiteln 1220 und 1221 vollendete Dominikus sein gesetzgeberisches Werk. Sein Gemeinschaftssinn zeigte sich darin, dass er bei den großen Entscheidungen vor dem gemeinsamen Beschluss der Brüder zurücktrat. Am 6. August starb Dominikus in Bologna; Papst Gregor IX sprach ihn 1234 heilig. Sein Grab befindet sich heute in der Kirche des Bologneser Konventes, die seinen Namen trägt.

Einen ausführlichen Aufsatz zur Ordensgeschichte finden sie in der Rubrik "Themen".

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Albert der Große

hl. Albert der GroßeAlbert, den schon seine Zeitgenossen "den Großen" nannten, wurde gegen 1200 in Lauingen an der Donau geboren. Während seines Studiums in Padua trat er, von den Predigten Jordans von Sachsen aufs Tiefste erschüttert, 1223 in den Predigerorden ein. Nach seiner Priesterweihe in Köln lehrte er Philosophie und Theologie in den Konventen Hildesheim, Freiberg i. Sachsen, Regensburg und Straßburg. Als Professor der Theologie wurde ihm in Paris Thomas von Aquin zur Ausbildung anvertraut. Zum Regens des neuen Generalstudiums in Köln ernannt, nahm Albert seinen Lieblingsschüler dorthin mit. Albert glänzte nicht nur in den Wissenschaften, sondern er bewährte sich auch als Provinzial der Teutonia und als Bischof von Regensburg. Danach widmete er sich als einfacher Predigerbruder wieder der Seelsorge und Wissenschaft. Seine wissenschaftlichen Werke schrieb er in Würzburg, Straßburg und Köln. Außerdem war er während der kaiserlosen Zeit, von hoch und niedrig geachtet, als Friedensstifter in Deutschland tätig. Albert der Große starb am 15. November 1280. Papst Pius XI. sprach ihn 1931 heilig und erhob zum Kirchenlehrer. Sein Grab befindet sich in der Kölner Dominikanerkirche St. Andreas.

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Thomas von Aquin

hl. Thomas von AquinThomas von Aquin wurde 1225 auf der Burg Roccasecca geboren. Zuerst den Mönchen von Montecassino anvertraut, lernte er in Neapel den Predigerorden kennen und trat gegen den Widerstand seiner Familie in den Orden ein. In Paris und Köln studierte er unter dem hl. Albert dem Großen Theologie. Zum Lehrer der Glaubenswissenschaft geworden, blieb er dieser Berufung ein Leben lang treu und verband Wissenschaft mit Heiligkeit. Sein Hauptwerk ist die Summa Theologiae, in der er sich mit den wichtigen Fragen seiner Zeit auseinandersetzt und sie im Licht der göttlichen Wahrheit zu deuten versucht. Thomas starb am 7. März 1274 auf der Reise zum Konzil von Lyon. Seine Gebeine wurden am 28. Januar 1369 in die Dominikanerkirche von Toulouse übertragen. Papst Johannes XXII. sprach ihm am 18. Juli 1323 heilig, Papst Pius V. erhob ihn 1567 zum Kirchenlehrer, Papst Leo XIII. 1880 zum Patron der katholischen Schulen und Universitäten.




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Katharina von Siena

hl. Katharina von Siena1347 zu Siena als vierundzwanzigstes Kind der Färberfamilie Benincasa geboren, spürte Katharina schon als junges Mädchen den Ruf ihr Leben Gott zur Verfügung zu stellen und führte in ihrem Elternhaus trotz aller Widerstände ein zurückgezogenes Leben des kontemplativen Betens und der Entsagung. Sie unterstellte sich in einer Gruppe von Frauen des Dritten Ordens vom hl. Dominikus der geistlichen Führung durch die Predigerbrüder. Eine tiefe Glaubenserfahrung führte sie um 1370 dazu, ihr zurückgezogenes Leben aufzugeben und an die Öffentlichkeit zu gehen. Mit Erlaubnis des Ordens und des Papstes durchwanderte sie Italien, um Frieden zu stiften, zur Umkehr zu mahnen und die Reform der Kirche zu fördern. Während der Pest 1374 pflegte sie die Kranken und Sterbenden. 1376 begab sich Katharina nach Avignon und mahnte Papst Gregor XI. zur Rückkehr nach Rom. Ihre geistliche Lehre, die ihr von Gott eingegossen wurde, gab sie durch zahlreiche Briefe und den „Dialog von Gottes Vorsehung" weiter an die geistliche Familie, die sich um sie scharte. Als das abendländische Schisma ausbrach, zog Katharina nach Rom, um ihr Leben für die Kirche hinzugeben. Sie starb am 29. April 1380. Papst Pius II. sprach sie am 29. Juni 1461 heilig. Papst Paul VI. erhob sie 1970 zur Kirchenlehrerin. Ihr Grab befindet sich in der Römischen Dominikanerkirche S. Maria sopra Minerva.

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