Dominikanerkonvent Vechta

Jugendpastoraler Schwerpunkt der Provinz Teutonia

Dass die Dominikaner im Norddeutschen Vechta eine Niederlassung haben, ist eigentlich ungewöhnlich, da sich der Predigerorden doch eigentlich als „Ordensgemeinschaft in der (Groß)Stadt“ versteht. Aber es gibt gute Gründe, warum auch in der 30.000-Einwohnerstadt ein Konvent besteht, nämlich die Schule, das ‚Kolleg St. Thomas’.

Vor über einhundert Jahren (1902) kamen die Dominikaner vom niederländischen Venlo nach Vechta, um hier, im religionspolitisch relativ toleranten Großherzogtum Oldenburg, eine Möglichkeit zu schaffen, ordensinteressierten jungen Männern das Abitur zu ermöglichen. Aus dieser Idee eines so genannten Konviktes entstand zunächst das St.-Josef-Konvikt, nach dem Krieg wurde es in das St.-Thomas-Kolleg umbenannt.

Heute ist der Ordenseintritt natürlich nicht mehr Bedingung für die 650 Schüler des Kollegs. Damit aber hat sich für die Schule die Möglichkeit eröffnet, sich selbst als einen jugendpastoralen Schwerpunkt zu verstehen. Denn wo sonst kommt man über einen so langen Zeitraum hinweg (neun Jahre) mit Jugendlichen aller Altersgruppen (10 bis 20 Jahre) zusammen.

Wir Dominikaner verstehen die Arbeit im Kolleg auf unterschiedliche Weise als eine Form der Jugendpastoral:

  • Jugendliche bekommen eine gute Schulausbildung.
  • Der Einzelne findet dank der überschaubaren Größe individuelle Förderung und Unterstützung
  • Junge Menschen lernen eine christliche Lebenskultur, indem sie miteinander Gottesdienste feiern, die christlichen Feste verstehen und über ihren Glauben miteinander ins Gespräch kommen
  • Messdienergruppe, Pfadfinderstamm (DPSG) und ein ausgezeichnetes Blasorchester bieten sehr unterschiedliche Möglichkeiten der außerschulischen Betätigung
  • Das Jugendhaus der Dominikaner, die ‚Ökonomie’, bietet Jugendlichen Raum, um eigenverantwortlich ihre Freizeit zu gestalten.

Über die Schule hinaus bieten sich durch die verschiedenen Tätigkeiten der Mitbrüder natürlich noch eine Fülle von anderen Möglichkeiten der Seelsorge. Diese ist sehr weit gefächert und macht Vechta damit zu einem Konvent, der den unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten der Mitbrüder entgegenkommt. Von der Pfaffseelsorge in zwei kleineren Gemeinden über die Altenseelsorge in einem Pflegeheim bis hin zur Hochschulseelsorge und zur geistlichen Begeleitung des Landescaritasverbandes ist alles dabei. An der eigenen Klosterkirche steht die Predigttätigkeit im Vordergrund, was für Predigerbrüder ja auch ein angemessener Schwerpunkt ist und von den Leuten im Südoldenburger Land gerne angenommen wird.

Unser Haus bietet durch seine Größe die Möglichkeit, Gäste aufzunehmen, die sich für den Dominikanerorden interessieren. Dieses ist nach Absprache möglich.

Insgesamt also ist „Vechta“ ein Dominikanerkonvent, der verschiedene Möglichkeiten der Verkündigung bietet und so viele einlädt, den Orden der Predigerbrüder näher kennen zu lernen.

fr. Ludger A. Fortmann OP

  • Dominikanerkonvent
    St. Maria
    Dominikanerweg 45
    49377 Vechta
    Tel.: 04441-87020
  • Gegründet 1902
  • Mitbrüder: 11